anton jezovsek


HOLZKÖPFE

Ein Puppenjahrhundert des slovenischen Bildhauers Anton Jezovšek (1905 - 1992)


Ich bereite eine Wanderausstellung vor, die dem Lebenswerk meines Vaters, dem Bildhauer Anton Jezovšek gewidmet ist. Ein wichtiger Teil dieser animierten Ausstellung werden seine Holzköpfe für Figurentheater sein. Davon hat er in den drei Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg etwa 5000 Einzelstücke geschnitzt.

Die Anfänge seines künstlerischen Weges reichen in die zwanziger Jahre des 20. Jh. zurück, als er bei dem Kunsttischlermeister Alois Rath in Maribor ornamentale Einlagen und Möbelintarsien sowie Schnitzereien für Weinfässer und Orgelprospekte anfertigte.

Nach 1945 hat er als selbstständiger Bildhauer zunächst Gliederprotesen aus Holz für Kriegsinvaliden angefertigt, danach Gußmodelle für die Eisenbahnfabrik sowie die Tito-Stalin-Holzreliefs für den „Blauen Sonderzug“ des jugoslawischen Marschalls. Ein Tiefrelief des Dichters Valentin Vodnik trägt die Jahreszahl 1950. Bald darauf begann seine fast ausschließliche Arbeit für Handpuppen- und Marionettentheater in ganz Jugoslawien und im Ausland.

Für befreundete Maler stellte er Bilderrahmen her, außerdem unzählige Christusköpfe und Kreuze und Gebrauchsplastiken für private Kunden. Für die Kirchen restaurierte er sakrale Kunstwerke und schnitzte vielerlei neue Figuren bis hin zu kompletten Weihnachtskrippen.

Meine variable Wanderausstellung werde ich unterschiedlichen Raumbedingungen anpassen können. Ihre Besonderheit wird eine animierte Darstellung sein, verbunden mit multimedialen Vorführungen und Puppentheater. Gruppen können Vorstellungen in Zusammenhang mit der Ausstellung buchen. Zusätzlich sind gebuchte Vorstellungen ohne Ausstellungsbesuch und ausserhalb der Ausstellungsräume möglich.

Die dazugehörige Monographie wird durch Kataloge und spielerische Arbeitshefte für Kinder ergänzt. In der Monographie will ich auch Beiträge der Zeitgenossen Anton Jezovšeks veröffentlichen. Dazu lade ich Sie zur Mitarbeit mit Ihren Aufzeichnungen ein. Jede, auch kürzeste, Erinnerung ist mir willkommen: Anekdoten, Fotos, Angaben über seine weit verstreuten Werke - wo befinden sie sich jetzt und ist es möglich, sie für die Ausstellung zu fotografieren oder auszuborgen? Gerne hätte ich auch einige Interviews mit Zeitzeugen aufgezeichnet.

tovariš, 21. Juni 1959, Titel, Seite 724+725:

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